Kräftige Gewitter in Verbindung mit einem Höhentrog- und einer Kaltfrontpassage
(Bericht , 24.August 2006)


Ein Tiefdruckgebiet mit seinen Frontensystemen und einem Höhentrog sorgte heute in Teilen von Deutschland für eine Menge Action. Bereits gegen 10.30 Uhr näherte sich die erste, weit vorlaufende, Zelle dem Landkreis Biberach. Wir fuhren raus, sahen aber nichts sehr interessantes. Dafür konnten wir sofort erkennen, dass die Zellen eine Menge Geschwindigkeit drauf hatten. Wir brachen das erste kleine Chasing also nach kurzer Zeit wieder ab und diskutierten die Lage bei einem Becher Cappuccino.

Nach reichlicher Überlegung beschlossen wir, uns nicht so sehr auf das Radar zu verlassen, sondern eher unseren Augen zu vertrauen. Wir fuhren nach Ingerkingen. Von dort aus hatten wir guten Blick und eine gute Straßenanbindung für das hoffentlich kommende Chasing. Bereits um 12 Uhr zeigte die stetige Sonneneinstrahlung ihre Wirkung und neben ein paar schwachen Schauern quellte es schön vor sich hin.

Auch fiel uns der Amboss einer Zelle auf, die sich zu diesem Zeitpunkt im südlichen Schwarzwald befand und etwa Kurs auf uns hatte. Um so weiter sich die Zelle näherte, um so schöner konnte man erkennen wie diese von Süden her mit Energie versorgt wurde. Immer wieder schoben sich Quellungen unter den Schirm die dann förmlich in die Luft gingen. Das Ganze System wirkte recht gut organisiert und wir machten uns Hoffnungen dieses ansehnliche "Zellchen" später chasen zu können. :)

Schon eine Stunde später konnten wir das erste Donnergrollen und erste Blitzentladungen wahrnehmen. Die Zelle bildete das Südende des nun durchziehenden kleinen Gewitterkomplexes. Wir fragten uns ob wir hier richtig standen oder nicht. Es stellte sich aber schnell heraus das wir noch ein Stück nach Süden (Richtung Biberach) mussten um den Hauptteil der Zelle abzubekommen.

Also steuerten wir flott gen Süden und hatten ernsthafte Probleme, einen geeigneten Standort zu finden. Besonders der hohe Mais auf den Feldern erschwerte die Standortsuche extrem.

Anja fand aber gerade noch rechtzeitig ein Plätzchen. Von dort aus konnten wir die äußerst reizvolle Zelle beobachten, die eine sehr klare Struktur aufwies. Hierbei ist besonders der Aufwindbereich zu nennen welcher sich als dunkle, breite Basis abhob und aus dem mehrere schöne Erdblitze austraten.


Panorama zum vergrößern bitte anklicken!!

Wir versuchten, da die Zelle sehr dynamisch wirkte, mitzufahren was sich allerdings als unmöglich darstellte. Die Zuggeschwindigkeit war einfach viel zu hoch, um dieses Wettrennen gewinnen zu können. Etwas enttäuscht, weil wir die Zelle gerne länger beobachtet hätten, machten wir uns auf den Rückweg. Dabei konnten wir noch am Outflow eine Art kleine Walze erkennen.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns gegen 15 Uhr wieder auf den Weg nach Draußen und konnten kurze Zeit später starke Quellwolkenbildung an der Albkante entdecken. Wir machten uns sofort auf den Weg nach Ehingen und von dort aus die Alb hinauf. Auf der Fahrt konnten wir bereits die Bildung einer starken Gewitterlinie beobachten.

Als wir um 15.35 Uhr über eine Kuppe fuhren konnten wir endlich die Wolkenbasis der Cb´s erkennen, unter denen sich gerade eine geniale Böenfront bildete. Wir hielten am ersten Platz und sahen wie die Front auf uns zukam...und das sie sehr Turbulent war :).

Das Ganze wurde immer mächtiger und bekam eine schönere Struktur, beinahe schon Shelfcloudcharakter ...

... und überquerte uns, passend mit einem lauten Donnerschlag ...

Starker Regen setzte ein, um uns noch mal vor die Front zu setzen, fuhren wir wieder zurück bis nach Ehingen.


Panorama zum vergrößern bitte anklicken!!

 

 Anschließend fuhren wir durch den Kern, in dem es teilweise äußerst heftig regnete, gegen Norden und machten noch ein paar Bilder der Rückseite mit dem CB-Schirm und Mammatus ...

 

Das 3te Chasing war zwar erfolgreich aber weniger fotogen, so dass es dies an dieser Stelle mal gewesen sein soll.

Wir hoffen euch hat`s gefallen :)

Lg. Anja & Michael


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