Heftige Gewitter mit Starkregen
(Bericht , 29. Juni 2005)


Der heutige Tag sollte schon sehr früh beginnen da von Frankreich her noch einige Gewitter aufziehen sollten. Allerdings waren die Gewitter nicht mehr sonderlich aktiv als sie den Rhein-Neckar Kreis um 3:40 Uhr erreichten. Normaler konvektiver Niederschlag prasselte an die Fensterscheibe und auch nach längerer Beobachtung war kein Wetterleuchten auszumachen. Also schwups zurück in die Federn und das etwas kühlere Lüftchen durch Fenster genießen ;) .,,,

Und dann!! - da macht man drei Sekunden die Äuglein zu und schon wurde es hell!! Ein Blitz ... hat die alte Dame also doch noch einen vom Stapel gelassen. Das waren zumindest meine Gedanken bis 20 Sekunden später der nächste ziemlich nahe Blitz die Nacht erleuchtete. Nun wurde die Idee einer Neubildung über meinem Kopf langsam aus einer hinteren Schublade hervorgekramt. 

Eine Minute später (ich war gerade dabei den Kram den ich schon für ein Blitzchasing mitnahmebereit gepackt hatte wieder auszupacken) wurde es taghell und es ließ einen Schlag der mein Arbeitstempo deutlich beschleunigte (jetzt war ich sehr wach *g*). Gleichzeitig legte der Regen jetzt noch mal zu (wieder kein Nachtgewitter mit guten Bedingungen) und ich stellte mich an Fenster um es eventuell von der Fensterbank den ein oder anderen Blitz zu erwischen. Ich hatte die Kamera noch nicht ausgerichtet der nächste dicke Einschlag aber diesmal mit direktem Sichtkontakt. Ich blendete meine Nikon auf F 16 ab und hielt drauf und zack noch ein solcher Kracher ... Aber ich hatte Pech nur ein bisschen weiter östlich hätte ich die Kamera justieren müssen und ich hätte in drin gehabt *heul* :( ... Aber auch das nicht geglückte Bild zeigt wie nah der war den man sieht einen Teil der Verästelungen und ganz rechts einen Teil des Hauptblitzes !!

Ganz unnötig war die Arbeit aber dennoch nicht wie man auf den 3 folgenden Bildern sieht ...

Das Gewitter zog unter Verstärkung noch Osten ab und hinterließ in meinem Messbecher die ersten 5.1mm Regen des noch jungen Tages :). 

Bereits Gegen 9 Uhr zogen dann die nächsten Gewitter heran diese Zellen waren aber eher schwach, sehr unfotogen und brachten hier nur wenig Niederschlag.

Doch bereits hinter den Zellen konnte man Richtung West bis Südwest 2 neue CB´s erkennen.

Um 9:45 Uhr bereits heftiges Dauergrummeln und um 10:10 ging das 3. Gewitter des Tages mit einem kräftigen Regenguss durch. Leider auch hier wieder alles dampfig und ziemlich kontrastlos :( ... 

Schön zu sehen wie ein sehr dichter Fallstreifen auf mich zurollte :) ...

Dann starker Regen ...

Hier der Schirm der Rückseite ...  Diese Zelle brachte rund 7 mm Niederschlag und die Tagesumme lag nun bei ordentlichen 13.7 mm 

Nun beruhigte sich das Wetter wieder und die Sonne konnte die schwüle Luft (Taupunkte um 20°C) auf über 30°C aufheizen. Doch bereits am Nachmittag quellte es Richtung Norden wieder beachtlich.

Es bildeten sich nun nördlich und nordwestlich ständig neue CB´s und es deutete sich ein spannender Abend an.

Um kurz nach 19 Uhr wurde es dann richtig explosiv und die Sonne verschwand hinter einem mächtigen Neuanbau. Nun hielt mich nichts mehr in Frauenweiler und ich fuhr zunächst auf den Gänsberg.

Inzwischen war es am gesamten nordwestlichen Horizont sehr dunkel geworden und neben einem Dauergrummeln sorgten die ersten sichtbaren Blitzschläge für eine unheimliche Stimmung.

Ran- bzw. Reinfahren ? Ich entschied mich wieder für die Variante das die Gewitter auf mich zukommen zu lassen und suchte meinen Lieblingsplatz am Mannaberg auf  ...

Nach Süden entstanden immer wieder frische Zellen. Der Gewittervorhang begann sich nun langsam  komplett zu schließen. Wo sollte man da hinschauen!?!

Jetzt passierte mir aber eines von mehreren Missgeschicken :(! 

Erstens hatte ich die Kupplung vom Stativ daheim liegen lassen. Das allein war zwar ärgerlich aber nicht das Hauptproblem ... Den größeren Bock erlaubte ich mir als ich bei der Kameraeinstellung. Ohne Stativ stelle ich normalerweise die ISO-Automatik + eine feste minimale Belichtungszeit ein um verwackeln zu vermeiden. Irgendwie muss ich das Einstellrad auf die Zeitautomatik gestellt haben :( was 2 Folgen hatte. Zu einen wurden nun lange Belichtungszeiten gewählt was zu Verwacklungen führte und zu zweiten versuchte die Kamera über hohe ISO-Werte die wirklich sehr schlechten Lichtverhältnisse auszugleichen (Bildrauschen). Ich entschuldige mich schonmal für die daraus entstandene schlechte Bildqualität. Ich hab versucht zu retten was zu retten ist :( 

Die Zelle die Richtung Heidelberg unterwegs war bildete nun langsam eine Böenfront heraus. Was auf den Bildern nur schlecht rüber kommt ist das doch recht tiefe Kondensationsniveau der Front. 

Inzwischen öffnete über dem Odenwald eine etwas vorlaufende Zelle seine Schleusen und es gab ein paar sehr schöne Blitze mit deutlich erkennbarer Einschlagsstelle zu sehen. Wäre nachts sehr nett gewesen :) ...

Die Heidelberger Zelle machte sich ... oder sagen wir lieber die Böenfront :) ...

Inzwischen wurde auch meine Zelle langsam sehr aktiv und ein dichter Niederschlagsvorhang bildete sich ...

Der Vorhang kam schnell auf mich zu und vom Aufwindbereich gingen nun mehrere schon recht nahe und heftige Blitzschläge aus ... 

Nun die wohl ersten Ansätze einer sich bildenden Böenwalze ...

Heidelberg war nun dran ... gnadenlos schiebt sich die Böenfront heran ...

Meine Zelle rollte nun heran und ich wollte nicht mehr lange vor Ort bleiben ....

Letztes Bild der tollen Böenfront Richtung Heidelberg ...

 

Nun ging alles rasend schnell - einige heftige Windböen, Naheinschläge und dann eine Starkregenwand. Die Sicht ging so stark zurück das ich mich nicht traute am Seitenstreifen stehen zu bleiben um ein paar Bilder zu machen (Unfallgefahr). Bis ich einen Halteplatz gefunden hatte war Hauptteil schon durch und es gab nur noch normalen Starkregen ...

Es regnete dann noch eine Weile weiter  ...

dann brach aber wieder die Sonne durch ...

Tolle Nachgewitterstimmung ...

kurze Bilanz der heftigen Gewitter dieses Tages:

Im Rhein-Neckar-Raum fielen verbreitet 20-50mm Regen (Frauenweiler -> 45.1mm), lokal auch deutlich mehr. Besonders in den Großstädten (z.B. Heidelberg) gab es Behinderungen durch Überschwemmungen. 

Alles in allem ist die Region aber von größeren Schäden verschont geblieben. (zumindest liegen mir bis auf Berichte von Überschwemmungen keine besonderen Ereignisse vor) 


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