Unterkühlte Sommerfreuden
(Bericht , 08. August 2005)
Da ich der Winter 2005/06 eher durch langweiliges Hochdruckwetter auszeichnet will ich an dieser Stelle noch einen Bericht aus der letzten Saison 2005 veröffentlichen. Die Bilder waren zwar schon mal im Wetterzentrale-Forum zu sehen, dennoch sollten sie zum derzeitigen Wetter vor der eigenen Haustüre eine willkommene Abwechslung sein.
Damals bildeten sich in der der eingeflossenen Höhenkaltluft (in 5500m -20-25°C) besonders am Tage mit Sonnenunterstützung wiederholt teils kräftige Schauer und auch kurze Kaltluftgewitter.
Bis zum frühen Abend hatte ich allerdings keinerlei Zeit um auch ein paar Fotos der Lage zu schießen. Um 20 Uhr kündigte sich dann nochmals ein Schauer an und aus irgend einem Grund bin ich dann rausgefahren. Naja, hätte ich gewusst was mich erwarten sollte hätte ich mir wohl ein Stativ mitgenommen und mir einen freieren Aussichtspunkt gesucht.
Um 20:25 Uhr zog eine recht breite Schauerlinie Richtung Wiesloch. Im Hintergrund leuchtete die bereits langsam untergehende Sonne durch den noch recht dünnen Niederschlagsvorhang und teils recht dynamische und tiefhängende Wolkenfetzen zeigten an das sich gerade eine nette Böenfront ausbildete.

Bereits 5 Minuten später war rechts neben der ersten Böenfront eine weitere tiefhängende Wolkenbasis entstanden ... An der kompletten Linie bildeten sich nun Böenfronten aus die miteinander verwachsen zu schienen.


Um 20:35 Uhr wiesen die Böenfronten kaum noch Lücken auf und was ich bis dahin gesehen hatte war mehr als ich mir vorher erträumt hatte. Das zunehmend schlechtere Licht machte das fotografieren immer schwieriger.
Neben der schon sehr schön ausgebildeten Böenfront im Westen und Nordwesten bildete sich nun Richtung Südwesten ebenfalls eine dynamische Wolkenfront die sehr schnell ihre Gestallt änderte.

Währendessen nahm die Böenfront im Nordwesten immer schönere Formen an .... Oberhalb der "Zähne" ließen sich sogar schwache laminare Schichten erahnen.


Ich verließ nun nochmals kurz meinen Aussichtspunkt "Nordwest" um mir die schöne Front im Südwesten zu gönnen ...

Schnell wurde es aber Zeit wieder zu "Nordwest" zurückzukehren um den Teil der Front zu beobachten der gleich über meinen Kopf rauschen sollte. Die Lichtverhältnisse waren inzwischen so schlecht das ich meine Kamera auf ISO 1000 stellen musste um noch brauchbare Bilder machen zu können (leider mit sichtbarer Minderung der Bildqualität). Als ich an den Bäumen vorbeigelaufen war und wieder Blickkontakt Richtung West bis Nordwest hatte bot sich mir ein sehr netter Eindruck ...
Fractusfetzen wurden sehr schnell und immer tiefer vom Boden aus nach oben gerissen und die Wolke wurde sichtbar mächtiger und mächtiger ...

Um 20:50 Uhr verwuchs dann die Front mit der Mutterwolke .... Das sah richtig monströs aus .....

Nun ging alles sehr sehr schnell und die Front sollte in wenigen Minuten über meinen Kopf rollen, ein wahres Monster ...
Zwischen der Munterwolke und dem "kleinen" Monster drunter bildeten sich wiederum leichte laminare Schichten aus.

Zum Schluss noch ein Foto Richtung Heidelberg ....
Der Odenwald wurde bereits vom Niederschlag verschluckt vor dem dieses unglaubliche Netz aus Böenfronten und total verdrehten Walzen lag.

Bei Frontdurchgang kam es zu heftigen Windböen gefolgt von einem kräftigen Regen- und Hagelschauer. :)
Wirklich eine nette Überraschung dieses eher unerwartete Ereignis ....
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