Heftiges Gewitter mit Hagel
am 03. Juni 2005


Ähnlich wie im letzten Jahr lief auch dieses Jahr im Mai recht wenig in Sachen Stormchasing und ich musste bis Anfang Juni warten um mein erstes richtiges Chasing der Saison fahren zu können.
Die Gewitter sollten hierbei heute im Vorfeld und an einer Kaltfront entstehen die von West nach Ost über Deutschland ziehen sollte. Das Timing schien dieses mal gut zu stimmen und die Sonne konnte in die Luft noch mal richtig einheizen, am Nachmittag lagen die Werte dann bei rund 30°C [bei Taupunkten von 11°C (nicht gerade der Oberhammer)].

Gegen 18:30 Uhr konnte man westlich von Wiesloch einen tollen Amboss hochschießen sehen dessen Eisschirm sich sehr kompakt und schnell ausbreitete. Hier war eindeutig ein starker Aufwärtsstrom entstanden, der vor der eigentlichen Front lag.

Ich bin dann gegen 18:40 Uhr rausgefahren und erlebte gleich eine böse Überraschung in Form eines sehr hohem Verkehrsaufkommen auf der B39. So brauchte ich anstatt 10 Minuten die doppelte Zeit bis zu einem meiner gewohnten Aussichtspunkte. 
In den Weinbergen angekommen hatte der Eisschirm bereits große Teile des Himmels eingenommen und es bildeten sich tolle Mammatuswolken.

Hier die ersten Mammatusansätze ...

Nur wenig später das Ganze schon fast in Perfektion ...

In der Zwischenzeit war das Gewitter auch schon etwas näher gekommen und erste Strukturen wurden erkennbar (auch die ersten Blitze gab es jetzt zu sehen). Besonders der dichte Niederschlagskern und das sichtbare Einströmen wärmer Luft am Südende des Gewitters fielen sofort ins Auge.

Hier der Niederschlagskern im Westen ...

Zwischen 19:15 und 19:20 Uhr deutete sich dann im am Südende die Bildung einer neuen Zelle an.

Schon nach kurzer Zeit war zu erkennen das sich diese Zelle sehr gesund entwickelte, eine sehr organisierter und dynamischer Vorgang war hier am Werk. Als die Zelle auch die Pfälzer Berge und deren Leewirkung gut überstanden hatte, war mir klar, dass es sehr interessant werden könne.

Schön zu erkennen der Auf- und Abwindbereich und die entstehende Böenfront ...

Wenig später erkannte man wie erneut eine "Niederschlagsblase" zu Boden krachte (Downburst).
Toll ist die schöne Trennung von Auf- und Abwind zu erkennen. Nun erreichte die Zelle eine beachtliche Blitzrate von 20-30 Entladungen pro Minute, allerdings das meiste innerhalb der Wolke. Bodenblitze entsprangen meist dem Aufwindbereich direkt vor der Böenfront.

Der Downburst erreichte nun den Boden und wirbelte in der Rheinebene einiges an Staub auf ...

Die Zelle entwickelte sich weiter prächtig und entwickelte eine tolle Struktur. Das entschädigte doch zumindest etwas für den langweiligen Mai. 

Inzwischen war klar das mich der Abwind treffen würde und deshalb hab ich mir einen besseren (sicheren) Platz gesucht ...

Auf der Fahrt gab es dann bereits erste kräftige Windböen und es wurde Stockfinster. Da half nur noch den ISO-Wert der Kamera auf 1250 zu erhöhen. Am Punkt an dem die Zelle und ich mich verabredet hatten zog gerade die Böenfront auf (bei mir allerdings eher moderate Windböen) und erste große Tropfen zersprangen an der Autoscheibe. 

Kurze Zeit später kam dann der Core wie eine Wand hereingezogen, heftiger Starkregen mit Kleinhagel setzte ein. (ab hier Videostandbilder)

Die Sicht ging teilweise auf unter 50m zurück und einzelne lautere Klopfgeräusche auf dem Autodach zeigten das auch einzelne dickere Hagelkörner mit dabei waren.

Nach 12 Minuten war der Spuk vorbei und ich beobachtete die abziehende Zelle noch etwas genauer.
Da die eigentlich Front jetzt von Westen reinzog entschloss ich mich noch mal nach hause zu fahren um die gut gefüllten Speicherkarten zu leeren. Auf dem Heimweg lagen in Senken und auf Wiesen flache Nebelfelder, zudem gab es überall mal mehr oder weniger abgerissene Äste und Zeige zu bestaunen.

Hier die Gewitterrückseite ...

Für den Rückweg brauchte ich dann doch etwas länger als geplant, so dass die Front schon direkt vor der Haustüre stand als ich daheim ankam. Die Front schien sich zudem gerade zu verstärken was man gut an neuen Zellenentwicklungen erkennen konnte, eine davon hatte eine beachtliche Böenfront. Aber wie gesagt ich war ein paar Minuten zu spät dran so das ich die Zelle nur noch als Seitenansicht richtig zu sehen bekam. 

So hab ich versucht mit der Minolta noch einige Blitze zu fotografieren. Die Ausbeute ist zwar mager aber besser als nix :) ...

Alles in allem ein sehr gelungener Juniauftakt mit einer Zelle die es in sich hatte. 


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